[Rezension] Secret Daughter von Shilpi Somaya Gowda

. HarperCollins
. April 2011
. Deutsche Ausgabe: „Geheime Tochter“, KiWi Verlag
. 379 Seiten
. 6,50 Euro

Das Leben der Amerikanerin Somer ist fast perfekt. Sie ist glücklich verheiratet und arbeitet als Ärztin in San Francisco. Zu ihrem Glück fehlt nur noch ein Kind, doch nach der zweiten Fehlgeburt steht fest: sie kann keine Kinder bekommen. Somer und ihr indischer Ehemann beschließen, ein Kind aus Mumbai zu adoptieren.

Zur gleichen Zeit bringt Kavita in einem indischen Dorf ein Mädchen zur Welt, doch ein Mädchen kann sich ihre Familie nicht leisten. Um Usha, so der Name des Mädchens, zu schützen, muss Kavita es weggeben.

So wird Usha zu Asha und die Amerikanische Familie zur neuen Familie eben dieses Mädchens, das Kavita in Indien weggeben musste. Doch als Asha erwachsen wird, beschließt sie, auf Zeit in Mumbai bei der indischen Familie ihres Adoptivvaters zu leben und dort auf die Suche ihrer leiblichen Eltern zu gehen.

Die Indisch-Kanadische Autorin Shilpi Somaya Gowda erzählt in ihrem internationalen Bestseller die Gefühle zweier Familien, die sich kulturell sehr fremd sind, jedoch durch die Adoption verbunden werden. Der Roman ist in kleine Kapitel aufgeteilt, die aus verschiedenen Perspektiven der vielen Hauptfiguren geschrieben wurden. Einen besseren Einblick in die Familien kann man nicht bekommen.

Die Geschichte ist herzzerreißend und authentisch. Der Leser bekommt wunderbar klare Einblicke in das Leben der verschiedenen Hauptpersonen und ihren Familien. Viel mehr noch gelingt es Shilpi Somaya Gowda, den Leser in das indische Leben und die Kultur Indiens einzuführen und einen Teil der Probleme unserer Welt verständlicher zu machen.

Fünf von fünf möglichen Sternen.


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[Rezension] Tote Finnen essen keinen Fisch von Björn Ingvaldsen

. Kiepenheuer & Witsch
. März 2011
. 325 Seiten
. 8,99 Euro

Auf der norwegischen Insel Hogna fehlt vor allem eins: Frauen. Da sind sich die Mitglieder des Junggesellenvereines sicher. Und was macht man(n), wenn es an paarungswilligen Weibchen mangelt? Richtig, man plant ein Junggesellenfestival, auf dem Robbie Williams auftreten soll. Tatsächlich sagt Robbie zu, aber wer denkt, dass dies das einzige spannende auf der kleinen Insel ist, irrt sich gewaltig. Tote Finnen werden nicht die einzigen Toten bleiben, und verdorbener Rakefisk ist nicht das einzige, was auf Hogna zum Himmel stinkt.

Ehrlich, die Idee des Romans ist großartig und urkomisch- man sollte nur den Humor des Autors teilen. Ansonsten ist es eher anstrengend, denn es passiert einfach zu viel in diesen 325 Seiten, und alle Ereignisse grenzen am Wahnsinn.

Nun darf ich nicht so schlecht über den Roman reden, denn ich, als großer Skandinavien-Fan weiß ja, dass die (meisten) Skandinavier mit ihrem Humor aus deutscher Sicht einen (kleinen) Schaden haben. Schon einmal den Film „Dänische Delikatessen“ geguckt? In dem Film spielt einer der bekanntesten (oder DER bekannteste?) dänische Schauspieler mit- Mads Mikkelsen, bekannt aus vielen dänischen Filmen oder auch als Bösewicht in dem James Bond Steifen „Casino Royale“. Um aufs Thema zurück zu kommen: der Humor von dem Film ist mit dem Humor aus dem Roman zu vergleichen. Insofern ist der Humor von „Tote Finnen essen keinen Fisch“ vielleicht nur schlecht bei mir angekommen, weil ich gute 200 km zu weit südlich geboren wurde.

Den Roman hab ich beim ersten Mal abgebrochen, und auch beim zweiten lesen hab ich relativ lange gebraucht, um die wenigen Seiten durchzulesen. Am Ende wartet aber eine Überraschung.

Wer übertrieben schwarzen Humor liebt sollte sich den Roman auf jeden Fall anschaffen, von mir gibt es aber leider nur zwei Sterne.